Stand: 09.08.2014
Design: Marcel Röhrig

... lange Gänge

 

Königin der Luxusliner - Mit der „Queen Mary II“ nach New York
Von Rita Knobel-Ulrich
Kamera: Michael Grieb


„Müsliriegel“ hieß das Zauberwort. Herr Klinkenbuss erriet das Lösungswort in einem Kreuzworträtsel, sitzt nun stillvergnügt auf Kosten einer Marmeladenfirma in einem Deckchair und logiert auf Deck 6 ganz unten. Der Glückspilz hat eine Reise auf der „Queen Mary II“ gewonnen, dem größten, schönsten und teuersten Luxusliner, der je gebaut wurde.

In der Queen-Mary-Suite dagegen muss der Bewohner keine Rätsel lösen, um sich die Passage leisten zu können: Er hat sein Leben lang gute Geschäfte gemacht und kann sich locker die 55.000 Euro für die 6-tägige Passage von Europa nach New York leisten. Reichlich Platz gebe es, findet er: kein Wunder, seine Suite misst 150 m2.

Von der Alten in die Neue Welt kommt man mit dem Flugzeug billiger und schneller. Den Wettlauf mit dem Luftverkehr auf der traditionellen Nordatlantik-Route hatten die Liner schon verloren. Das neue schwimmende Fünf-Sterne-Hotel soll jene Reisenden zurückgewinnen, die sich den Luxus der Langsamkeit leisten wollen. Für die der Weg so wichtig ist wie das Ziel – nach New York der Seefahrt wegen.

Die Queen ist eine getreues Abbild der Welt: Briten haben das Kommando auf der Brücke, Filipinos schrubben die Decks; junge Leute aus den neuen EU-Ländern nutzen ihre Chance: Ungarn, Tschechen, Letten und Polen arbeiten in der Bar und im Restaurant, tanzen im Bordtheater, putzen Kabinen und träumen von einem „eigenen Business“ irgendwann, wenn sie lange genug auf der Königin der Meere gereist sind. Sie arbeiten rund um die Uhr und ohne freien Tag.

Aber auch bei den 2500 Passagieren kommt keine Langeweile auf: Man kann auf Kunstauktionen an Bord mal eben einen Picasso oder Chagall ersteigern, Bridge spielen, Tanzen lernen und Wein für 2400 Dollar trinken. Man kann das alles aber auch lassen, sechs Tage aufs Meer blicken und sich Gedanken machen über das Azurblau, Himmelblau, Tintenblau oder Graublau des Atlantiks.

Und wenn die Gattin drängelt, nun endlich wolle sie Tango oder Samba tanzen : auch das gibt es auf der Queen Mary: Eintänzer, die die Damen übers Parkett führen, in allen Ehren natürlich. Techtelmechtel sind nicht erlaubt. Und wenn ihnen die Dame nun gar nicht gefällt? „Sie gehen doch auch nicht jeden Montag begeistert ins Büro“, sagt Jerry aus Ohio grinsend und Sascha aus Petersburg fügt hinzu: „Na, dann tanze ich eben mit ihr und hole mir später eine andere - wo ist das Problem!?“
Eingefleischte Jogger haben kein Problem: Manche legen morgens 5 Kilometer zurück – für sie kann das Schiff gar nicht groß genug sein!

Rita Knobel-Ulrich und das ZDF-Team sind mit ihr von Hamburg nach New York gereist und haben bei den Dreharbeiten von ganz unten bis Deck 13 so manchen Kilometer zurückgelegt.

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